|
Was
ist eine Skoliose?
Es handelt sich um eine Verkrümmung der Wirbelsäule
zur Seite z.B. c-förmig oder s-förmig.
Welche
Formen von Skoliosen gibt es?
Man unterscheidet statische Skoliosen,
d.h. Wirbelsäulenverkrümmungen, die durch ein kürzeres Bein
hervorgerufen werden von echten Skoliosen. Wird bei statischen
Skoliosen rechtzeitig z.B. über eine Schuherhöhung oder Einlage
der Beinlängenunterschied ausgeglichen, so kommt es zur Begradigung
der Wirbelsäule.
Bei
echten Skoliosen besteht zwar oft auch eine Beinverkürzung,
deren
Ausgleich führt jedoch im besten Fall nur zur Besserung der
Krümmung nicht jedoch zur deren Ausgradung.
Welche
Ursache haben strukturelle also echte Skoliosen?
90
% der echten Skoliosen haben keine fassbare Ursache, es liegt
höchstens eine erbliche Komponente vor. Bei etwa 10 % läßt
sich eine
knöcherne Fehlbildung, eine neurologische Erkrankung u.ä.
feststellen.
Diese Skoliosen haben in der Regel einen ungünstigeren Verlauf.
Sie müssen deshalb möglichst früh erkannt werden.
Welche
Hinweise für das Vorliegen einer Skoliose gibt es für den
Laien? Asymmetrien bzw. Seitenungleichheiten des Becken (eine
Hüfte steht weiter vor, ein Hosenbein erscheint immer zu kurz),
der Schultern und der Taillen. Niveauunterschiede des Rückens
bei der Vorneige.
Wie
ist der Verlauf einer Skoliose?
Leider läßt sich eine mögliche Zunahme der Verkrümmung (Progredienz)
nur schwer vorhersagen. Die Gefahr einer Verschlechterung
besteht jedoch vor allem in Phasen starken Wachstums.
Die Verschlechterungsgefahr verringert sich bei Mädchen
deutlich beim Eintreten der Regelblutung sowie bei Mädchen
und Jungen bei Wachstumsabschluß. Danach nehmen nur noch
stärkere Skoliosen (mehr als 35 bis 40 Grad Krümmung) evtl.
zu. Während des Wachstums sind somit engmaschige Kontrollen
erforderlich
(je nach Schwere in viertel- bis halbjährlichen Abständen)
Was
ist bei den Kontrolluntersuchungen zu beachten:
Bestimmung der Wachstumsgeschwindigkeit
(Körpergröße), evtl. Vorhersage des noch zu erwartenden Wachstums
(Röntgenaufnahme der Hand), Kontrolle der Form der Wirbelsäule
und ihrer Beweglichkeit, Röntgenkontrolle in der Regel
in jährlichen Abständen, bei Verdacht auf Verschlechterung
auch früher.
Was
kann man zuhause selbst tun?
Regelmäßiges tägliches Durchführen der erlernten Übungen (auch
die Eltern sollten sich über die Art der Durchführung
informieren), Kontrolle der Steh- und Sitzgröße.
Wie
ist die Behandlung der Skoliose?
Ziel jeder Behandlung ist eine Verschlechterung der Verkrümmung
soweit wie möglich zu verhindern. In manchen Fällen ist auch
eine Verbesserung der
Verkrümmung erreichbar. Die Behandlung richtet sich nach dem
Schweregrad der Skoliose
a)
leichte Skoliosen bis 20 Grad Krümmungswinkel: intensive
krankengymnastische Behandlung am besten nach Lennert- Schroth
ein- bis zweimal pro Woche. Tägliche häusliche
Übungen 10 bis 15 Minuten, alle Sportarten abgesehen
von stark stauchenden Übungen erlaubt.
Alle
Skoliosen erfordern eine gymnastische Behandlung zumindestens
bis Wachstumsabschluß
b)
mittelschwere Skoliosen ab 20 Grad oder schnell fortschreitende
zunächst leichte Skoliosen:
-
Krankengymnastik nach Lennert-Schroth
-
Korsettbehandlung:
der Sinn einer Korsettbehandlung besteht in einer Aufrichtung
oder teilweisen Korrektur der Verkrümmung durch äußeren Druck
auf den Rumpf an bestimmten Stellen. Die Korsettbehandlung
ist gewöhnungsbedürftig, in der Regel jedoch nicht schmerzhaft.
Der Sitz und die Wirkung des Korsetts muss mindestens
vierteljährlich kontrolliert werden. Anfangs sind auch Röntgenkontrollen
erforderlich. Das Korsett wird in der
Regel 22 Stunden am Tag getragen. Abgenommen wird es zur Körperpflege
und zur Gymnastik. Am Schulsport kann meist ohne
Korsett teilgenommen werden. Je nach Beginn der Behandlung kann
eine Korsettversorgung für mehrere Jahre erforderlich sein.
c)
schwere Skoliosen ab 40 Grad:
-
krankengymnastische Behandlung nach Lennert-Schroth
-
evtl. Korsettbehandlung
-
oft operative Behandlung
nach
oben |
Seite
drucken
|